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Berufsverband
Unabhängiger
Gesundheitswissenschaftlicher
Yogalehrender

MARMA-YOGA®


- eine Überlebensstrategie vor 2000 Jahren in Indien und heute -     

Nach einer Umfrage praktizieren rund 3,4 Mill. Menschen in Deutschland Yoga. Sie fühlen sich danach fitter und entspannter. Fühlt man sich nicht auch nach einer Gymnastik oder Sportstunde fitter und erholter ? Leider ist YOGA, das aus dem indischen Kulturkreis kommt, nicht geschützt, was dazu führt, dass dies jeder nutzen kann, ohne Qualitätsprüfung und Nachweis der Wirkung.


Was ist das Ziel des Yoga und wie kann Yoga dem modernen Menschen helfen, sein Gleichgewicht zu bewahren?

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In Deutschland wird überwiegend Hatha-Yoga vermittelt. Auch hier gibt es zahlreiche Richtungen mit völlig unterschiedlichen Haltungen und Hintergründen. Bei manchen Richtungen wird auch das hinduistische Gedankengut mittransportiert. Selten wird es aber auf unsere Kultur und Lebensweise angepasst bzw. übersetzt.


Daher stellt sich die Frage: „Wirkt Hatha-Yoga bei unserer Lebensweise noch?“ 

Damit ausführlich beschäftigt hat sich Prof. Rocque Lobo, der beide Welten kannte. Er hat Hatha- Yoga für den modernen, westlichen Menschen, der in einer beschleunigten Lebenswelt lebt, weiterentwickelt und „Marma-Yoga“® sowie „Shake-spear-Aktivierungs-training“® als Markenzeichen patentieren lassen. Diese Yoga-Richtung unterscheidet sich radikal von dem des Sports und der Psychologie.

Im Gegensatz zu den objektiven Wissenschaften, lernt der Mensch der Marma-Yoga® übt, sich zu beobachten. Es sind seine subjektiven Empfindungen bei der Feststellung des „Zustandes meiner Welt“. Er betrachtet das Einmalige, das wir darstellen, also unsere Person im Kontext unserer Umgebung. Ein Yoga Übender beobachtet, ob er bei einer Übung, aber auch im Alltag bei Begegnungen Schmerzen empfindet oder nicht, wobei "Schmerz" bereits als subtil wahrgenommene "Entfernung vom Gleichgewicht" sein kann. Es geht also nicht um neue Leistungsanforderungen wie z.B. ob die jeweilige Körperübung (ASANA) perfekt gemacht werden können, sondern was der Übende dabei empfindet. Es gilt dies zu reflektieren und in den eigenen Lebenskontext zu stellen. Yoga führt einen in die Rolle des „entspannten Beobachters, der sich innerhalb der Grenzen seiner Person umsieht. Dies ist für einen Menschen, der ständig mit Pflichten beladen ist und von dem eine hohe Leistungsbereitschaft verlangt wird, eine oft völlig neue Erfahrung.

 

Leider suggerieren Menschen in perfekt gestylten Outfits und jugendlichem Aussehen, die sich perfekt verbiegen können, eher, dass sie gegen jede Art von Schmerzen gewappnet sind. An einem kleinen Beispiel möchte ich erläutern, wie „Marma-Yoga“® für einen Menschen im Arbeitsalltag anwendbar ist.


Stellen wir uns eine Frau 40 Jahre vor, alleinerziehend in einer Großstadt lebend, die ihren Lebensunterhalt als Bedienung in einer Gaststätte, verdient. Täglich hat sie folgende Anforderungen zu erfüllen: Freundlich zu den Gästen zu sein, viel Laufen mit einem Tablett in der Hand, evtl. auch bis spät am Abend um den Lebensunterhalt für sich und ihr Kind zu verdienen. Möglicherweise plagt sie ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht genug Zeit und Kraft für die zugewandte und liebevolle Betreuung ihres Kindes hat. Aktuell kommen noch die existenziellen Sorgen durch die Schliessung der Gaststätte durch die Corona-Epidemie dazu.


Sie spürt ihre Beine schmerzhaft. Konkret nachgefragt, macht sich die alltägliche Belastung an den Fußgelenken, an den Knien und in der Mitte der Wade als Schmerz bemerkbar. Dies sind „Marma-Punkte“, auch als Wach-und Warnposten bezeichnet. So geben Gelenk-Marmas Auskunft, ob die Drehfähigkeit mit der Stabilität in den Gelenken im Einklang steht, wo hingegen Muskel-Marmas (hier in der Mitte der Wade) den Zusammenhang verdeutlichen, ob die äußere Kraft von der innerer Stärke mitgetragen wird. Bei der Klientin zeigen die Schmerzpunkte ein deutliches Ungleichgewicht und Überlastung an. Gezielte Übungen (ASANAS) können testen, ob und in welcher Weise es zu einer Entlastung und Erholung kommt. Ist dies nicht der Fall, sollte mit der Klienten geklärt werden, wie ihre soziale Situation im Sinne salutogenetischer, d.h. gesundheitsfördernder Prinzipien: "Was tut mir gut?", "Wo bekomme ich Unterstützung?", Was ist für mich handhabbar, machbar und sinnstiftend?" geändert werden kann.


Was macht die Coronakrise mit den Menschen ? Da jeder Mensch anderst reagiert, können die Marma-Punkte als Wach-und Warnposten, die Belastung des Individuums anzeigen, und zwar vom Körpererleben her. Gerade in diesen verunsichernden Zeiten, kann Marma-Yoga® Klarheit ins Denken und Handeln bringen, indem man die Beobachtung nach innen, in der Wahrnehmung der Körpermerkmale schult. Fragen, wie „Welche Marma-Punkte melden sich ?“, „Was tut mir gut?“, „Welchen Ausgleich brauche ich gerade jetzt ?“, „Welche Kraftquellen habe ich?“, „Welche Ressourcen und sozialen Beziehungen tragen mich ?“, „Kann ich die Angst beherrschen oder laß ich mich von ihr beherrschen?“, „Wie verarbeite ich die oft widersprüchlichen Informationen?“, „Wie kann ich mich mit der eigenen Endlichkeit anfreunden bzw. auseinandersetzen ?“, „Kann ich meine selbstregulativen Fähigkeiten vom Körper her stärken ?“ , „Was sagt mir mein Körper?“.


Es gibt junge Eltern, die es jetzt geniessen mit ihren Kindern im Alter von 3-6 Jahren im Haus und Garten Zeit zu verbringen, statt den Alltagsstress mit der Mehrfachbelastung durch Leistungsdruck in der Arbeitswelt, sowie Kinderbetreuung und Hausarbeit bewältigen zu müssen. Sie spüren, dass die Coronakrise ihnen zeigt, dass eine Verlangsamung durchaus positive Seiten haben kann. Es gibt aber auch Familien, die in engen Wohnungen die Corona-Krise mit zwei schulpflichtigen Kindern und einem Kindergartenkind, Homeoffice und Beschulung bzw. Beschäftigung ihrer Kinder bewältigen müssen. Es dürfte klar sein, dass hier die Belastungsanforderungen, aber auch die jeweiligen Belastungsgrenzen unterschiedlichen verteilt sind. Auch die eigene Einstellung spielt eine Rolle. Wie groß ist mein Vertrauen in meine Fähigkeiten und wo finde  ich Unterstützung in meiner nahen Umgebung? Wieviel Selbstwirksamkeit habe ich in meinem Leben erlebt? Marma-Yoga® kann auch Kinder und ihre Eltern unterstützen, den Alltag in Zeiten von Corona zu bewältigen und mit den Sorgen des Alltags fertig zu werden. Es kann auch aufzeigen, wo die eigenen Belastungsgrenzen sind und Unterstützung dringend nötig ist.


Hatha-Yoga und die Weiterentwicklung Marma-Yoga® sowie ihre konkrete Anwendung in der modernen Welt bedarf einer weit intensiveren Ausbildung, in der auch die Fähigkeit zur eigenen Reflexion sowie Beratung im Sinne der Salutogenese geschult wird. Dazu ist eine Grundausbildung im sozialen oder pädagogischen Bereich Voraussetzung, um alle Möglichkeiten die uns Yoga zur Gesundheitsförderung bietet, zu erkennen und anzuwenden. 

 

Ausbildung und Yogakurse in dieser Form wird angeboten von BUGY (Berufsverband unabhängiger, gesundheitswissenschaftlicher Yogalehrer) mit seinen regionalen Anlaufstellen und dem Förderverein von Yoga und Ayurveda mit seinen Zweigstellen. Beide sind von den Krankenkassen anerkannt. 

 

Birgit Erdle (BUGY)
Praxis für Gesundheitsförderung
www.birgit-erdle.de

 

(Nachruf Rocque Lobo)